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PHD-project on the topic of Pupils and Migration
Type: Summary
Contributed by: Andreas Lutter

Alltägliche und fachliche Vorstellungen über Zuwanderung und Integration – Ein Beitrag zur Didaktischen Rekonstruktion
Das sozialwissenschaftliche Lernfeld ‚Migration und Integration’ ist für die ‚mündigen Bürger‘ des 21. Jahrhunderts von besonderer Bedeutung, da die migrationsbedingte Heterogenität im Gegensatz zu den jahrzehntelangen Negierungen der Einwanderungsrealitäten immer mehr lebenspraktische und zugleich gesellschaftspolitische Bedeutung gewinnt: Die weithin als Globalisierung bezeichnete weltweite Entwicklungstendenz der zunehmenden Bewegungsfreiheit von Waren und Geld geht einher mit der Zunahme von Migrationsdruck und grenzüberschreitender (Arbeits-)Migration. Das fassettenreiche Schlagwort Integration von Zugewanderten beschreibt daher auch weiterhin eine zentrale Herausforderung, mit der sich die modernen (Einwanderungs-)Gesellschaften - auch in pädagogischen Kontexten - konfrontiert sehen.
Die Attraktivität des Forschungsrahmens Didaktische Rekonstruktion ergibt sich aus der Verschiebung des didaktischen Blickwinkels von der Sachstruktur in Richtung Lernstruktur: es werden nicht länger didaktische Kategorien thematisiert, die einseitig fachwissenschaftliche Erkenntnisse schülergerecht transformieren. Vielmehr werden Untersuchungen zum Verhältnis alltäglicher und fachlicher Reflexionsformen genutzt, um die Lernstruktur mit der Sachstruktur zu vermitteln.
In diesem Zusammenhang besteht ein Bedarf an didaktischen Reaktionsformen, die diese Innovationen aufnehmen und das Lernfeld ‚Migration und Integration’ fachlich und lernerorientiert zugleich für den sozialwissenschaftlichen Unterricht elementarisieren. Es ist anzunehmen, dass Schülerinnen und Schüler über mannigfaltige Strukturen differenter Vorstellungsfacetten des Sozialphänomens Migration verfügen, da dieses Lernfeld vielfältige lebensweltliche Reibungspunkte und Bezüge spiegelt – die Migrationsalltäglichkeit hat unlängst Eingang in die soziale Lebenswelt gefunden. Diese Relevanz in alltäglichen Routinen und lebensweltlichen Erfahrungsbereichen verdeutlicht zugleich den herausgehobenen Charakter der Thematik für didaktische Untersuchungen der Aneignungsperspektiven von Schülerinnen und Schülern innerhalb der sozialwissenschaftlichen Domäne. Das Forschungsdesiderat zielt auf das spezifische Auseinandersetzungsverhalten von Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf den sozialwissenschaftlichen Lerngegenstand. Durch die Kontrastierung mit fachlichen Auseinandersetzungsformen soll geklärt werden, welche fachlichen Konzepte als geeignet erscheinen, um die Konzeptsysteme der Schülerinnen und Schüler in bezug auf ihren Verstehensprozess im Lernfeld ‚Migration und Integration’ fachlich aufzufangen und schließlich, welche didaktischen Strategien zur angestrebten Differenzierung und Veränderung alltäglicher Konzepte im sozialwissenschaftlichen (Migrations-)Unterricht von entscheidender Bedeutung sind.

 

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